GENOSSENSCHAFT JETZT!
KMUProduktionen
von Tim Zulauf
Theaterprojekt
Theaterhaus Gessnerallee / Kaserne Basel 2008 /2009

Regie und Text
: Tim Zulauf
Musik: Bernd Schurer
Dramaturgie: Mats Staub
Bühne: Daniel Robert Hunziger
Licht: Matthias Hiller
Kostüm: Zuzana Ponicanova
Regiemitarbeit: Carmen Rossi
Produktion: Lukas Piccolin
Schauspiel: Ariane Andereggen / Sascha Gersak / Christoph Rath / Ursula Reiter
Andreas Storm / Wanda Wylowa

Inhalt:
Die Schweiz im Jahr 2020. Angst beherrscht den Wirtschaftsstandort, der Staat unterstützt die verbliebenen Grosskonzerne. Gegen diese Politik hat sich eine Vielzahl von Genossenschaften zum Zeitgenossenschafts-Bund formiert. In solidarischer Selbsthilfe übernimmt der Bund die von der Eidgenossenschaft vernachlässigten, gesellschaftlichen Aufgaben. Doch Produktionsverbote bedrohen die Teilautonomie, und Zweifel nagen an der genossenschaftlichen Form. Die Bäckerei-genossenschaft B-Waren gerät in den Strudel historischer Er-eignisse, als sie das fragile Gleichgewicht mit einer umstrittenen Geschäftserweiterung zum Kippen bringt.
KMUProduktionen verlängern mit ihrem jüngsten Theaterprojekt die Gegenwart zur Sozio-Fiction. Die Bühne wird Verhandlungsraum, in dem Ideologien und Bedürfnisse neu aneinander gemessen werden.
 



«Wer sich als basisdemokratiegeschädigt betrachtet, wird in dem Stück, in dem tatsächlich vor allem diskutiert wird (...) öfter amüsiert auflachen und bisweilen von Erinnerungen gepeinigt sein. Dramatik findet hier nur in den Mikroschnitten des zähen rethorischen Nahkampfs statt, allerdings in verdichteter, pointierter Form. Auf Friede, Freude, Eierkuchen und andere nette Vergnügungen wird in diesem Theater fast durchwegs verzichtet.» NZZ, 7. / 8. Februar 2009 

« Und wer den Autor und Regisseur kennt, der in Zürich seit sechs Jahren Politik in Postdramatik übersetzt, weiss, dass er das Maximus an Witz aus diesen trockenen Diskussionen herauskitzelt und das Maximum an Welthaltigkeit in sie injiziert. Dass das Maximum nicht immer das Optimum ist, macht «Genossenschaft jetzt!» allerdings auch deutlich. Manchmal würde im Verschweigen mehr Bühnenmagie liegen. Zum Glück werden die Wortkaskaden dieser WG-Karikaturen von ihrer Körpersprache grandios konterkariert: Von der Zunge mags fliessen, aber die Arme zucken, die Hände suchen zögerlich nach Halt, die Leiber krümmen sich. Fühlen und Reden sind hier oft genauso entfremdet wie in der verdorbenen Eidgenossenschaft. Das richtige Leben im falschen ist gar nicht so einfach, und Zulauf zeigt uns die Gruppe vor einer Grundsatzentscheidung: Bruch mit der «Zeitgenossenschaft» für mehr Freiheit -- oder Kuhhandel und Kompromiss? ... Wir jedenfalls wählen Tim Zulaufs Theater. Zwar ist ihm die Transformation von Theorie und Kritik ins bestechende Bild nicht so gelungen wie etwa in «Copyshop Europa». Aber das coole, kluge Sitzungstheater von «Genossenschaft jetzt!» hat eine Härte, die ganz ohne Hübschheiten auskommt.» Tages-Anzeiger, 5. Februar 2009

Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur, Kanton Zürich, Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL, Kultur Stadt Bern, Kultur Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Ernst Göhner Stiftung, Familien-Vontobel-Stiftung, GGG Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel, Migros-Kulturprozent