GOLEM
Ein Traumspiel
mit Musik von Bettina Erasmy /Martyn Jaques nach Motiven Gustav Meyrinks
Roman "Der
Golem"
Regie und Bühne: MichaelSimon
Kostüme:
Sabine Blickensdorfer
Musikalische
Leitung; Volker Griepenstroh
Harmonium:
Michael Summ, Trombone:Linda Parese,Sax: Sascha Armbruster, Rafael,Bass:
David Schönhaus,
Drums: Frank Bockius
Choreografie: Norbert
Steinwarz
Dramaturgie: Julia Lochte
Schauspiel mit:Ariane Andereggen (Golem), Klaus Brömmelmeier, Markus Merz,Melanie
Kretschmann, Roberto
Guerra, Christoph Müller, Stefan Saborowski, Kathrin Wehlisch
Immer präsent, wenn auch manchmal im Hintergrund,
ist der Golem. In einer fast durchgehenden Choreographie (Norbert Steinwarz)
ist er stehend und schreitend
stets auf Pernath bezogen, oft in parallelen Bewegungen. Im Roman ein nicht
fassbares Wesen, das alle dreiunddreissig Jahre das Ghetto heimsucht, die Gemüter
der Massen in Furcht versetzt, Gestalt werden will und die Persönlichkeit
der Menschen, die es auswählt, als die eigene annimmt, vereinfacht es
die Basler Inszenierung zum Todesengel (Ariane Andereggen). Sie ist in ein
hautenges, auch den Kopf bedeckendes, aber die Arme frei lassendes Kostüm
gekleidet, das einer Schlangenhaut nahekommt - dieser Golem
ist kein Monster der wilden Schrecken, sondern der stillen Präsenz. In
der zentralen Szene der Aufführung jedoch zeigt Simon die Attacke des
Golem auf Pernaths Identität
mit einem äusserst suggestiven Bild: Das Monster fährt auf einem
Laufband von hinten an Pernath heran und nimmt ihm den Hut vom Kopf, was diesem
ein zwischen Ärger und Hysterie oszillierendes «Was?» entlockt.
Nach dem dritten Hutheben flieht Pernath, doch dreimal fährt der Golem
wieder heran - Minuten, in denen der Schrecken sich als szenisches Bild in
die Köpfe der Zuschauer einbrennen kann. Tobias
Hoffmann NZZ 3.Juni 2002
GOLEM
SINGT 1 (3.9MB)
GOLEM
SINGT_2 (3MB)
Premiere
Uraufführung am 31.5.2002 Theater Basel, Grosse Bühne
Wiederaufnahme:
25.9.02
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