Die
Leiden des
jungen Werther
Staatsschauspiel
Dresden
Regie und Bühne: Michael Simon
Mit:Friederike Tiefenbacher, Frank Genser, Philipp Lux und Viktor Tremmel
Kostüme:
Zana Bosnjak
Video: Ariane Andereggen
Dramaturgie: Stephan Wetzel
Bearbeitung: Ulrich Hub
Premiere am 2. November 2006
Kleines
Haus
www.staatsschauspiel-dresden.de
Es
müsste schlimm sein, wenn nicht jeder einmal in seinem Leben eine Epoche
haben sollte, wo ihm der Werther vorkäme, als wäre er bloß für
ihn geschrieben.
Goethe Wer war Werther? Ein junger Mann, der von Freiheit und Natur schwärmt?
Sich heillos in eine junge, verheiratete Frau verliebt? Sich auf keine "vernünftige" Arbeit
einlassen kann und sich schliesslich in einem depressiven Anfall erschießt?
Schon möglich. Aber sein exzessives Lebensgefühl scheint auch eine
Kraftquelle zu sein, aus der sich lange schöpfen lässt. Bis heute.
Michael Simon inszeniert "Werther" als Suche nach dieser Quelle. Denn
wir sind, was wir gefühlt haben.
Goethe über
seinen "Werther": Dichtung oder Wahrheit? "Vorbereitet
auf alles, was man gegen den Werther vorbringen würde, fand ich so viele
Widerreden keineswegs verdrießlich; aber daran hatte ich nicht gedacht,
dass mir durch teilnehmende, wohlwollende Seelen eine unleidliche
Qual bereitet
sei: denn anstatt dass mir jemand über mein Büchlein, wie es lag, etwas
Verbindliches gesagt hätte, so wollten sie sämtlich ein für allemal
wissen, was denn eigentlich an der Sache sei? Worüber ich denn sehr ärgerlich
wurde, und mich meistens höchst unartig dagegen äußerte. Denn
diese Frage zu beantworten, hätte ich mein Werkchen, an dem ich so lange
gesonnen, um so manchen Elementen eine poetische Einheit zu geben, wieder zerrupfen
und die Form zerstören müssen, wodurch ja die wahrhaften Bestandteile
selbst wo nicht vernichtet, wenigstens zerstreut und verzettelt worden wären.
Auf diese Weise bedrängt, wurde ich nur allzu sehr gewahr, dass Autoren
und Publikum durch eine ungeheure Kluft getrennt sind, wovon sie zu ihrem Glück,
beiderseits keinen Begriff haben." (Johann
Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit, 1812 - 1813)
Dank an: Andera, Judith,
Mia, Kerstin, Matthias Hübner
BONUS:
VIDEOBILDER-SHOW